Medien & Telekommunikation

Gratiskultur im Web: iab austria Trendmonitor untersucht die Zahlungsbereitschaft für Content

Zahlungsbereitschaft für Online-Content nimmt nur langsam zu. Content-Anbieter stehen durch EU-DSGVO und ePrivacy-Richtlinie vor enormen Herausforderungen zur Finanzierung ihrer Angebote.
iab austria-Präsidentin Martina Zadina
iab austria-Präsidentin Martina Zadina
( PR4US.com | Pressemitteilung | 2017-05-15 20:42:54 )
Bilder zur Meldung auf http://presse.leisuregroup.at/iab/zadina

Studie zum Download auf https://www.iab-austria.at/wp-content/uploads/2017/05/iab_Trendmonitor_ZahlungsbereitschaftContent.pdf

Wien (LCG) – Gemeinsam mit INTEGRAL hat das internet advertising bureau austria in einer repräsentativen Umfrage 1.000 Teilnehmer seit Jahresbeginn zu ihrer Zahlungsbereitschaft für Online-Content befragt und vergleicht die Ergebnisse mit einer Studie aus dem Jahr 2013. Herr und Frau Österreicher haben laut iab austria Trendmonitor grundsätzlich eine nach wie vor geringe Bereitschaft, für Inhalte im Web zu bezahlen, wenngleich diese in den letzten vier Jahren leicht zugenommen hat. Am ehesten sind die Befragten dazu geneigt, für exklusive Fachpublikationen in die digitale Geldbörse zu greifen: Immerhin acht Prozent würden sicher dafür bezahlen und 32 Prozent haben eine grundsätzlich positive Haltung. Ihnen stehen 38 Prozent gegenüber, die bezahlte Inhalte für sich ausschließen. Überwiegend sind jüngere Menschen mit höherer Bildung eher bereit, Bezahlinhalte zu konsumieren.

„Auf Content-Anbieter und Publisher kommen enorme Herausforderungen zu: Einerseits ist die Zahlungsbereitschaft der User gering und andererseits beschneiden die kommende EU-Datenschutzgrundsatzverordnung und ePrivacy-Richtlinie die Vermarktungsmöglichkeiten. Die Gratis-Kultur ist noch immer fest in den Köpfen verankert und es bedarf massiver Aufklärung, dass digitale Inhalte reale Werte darstellen“, kommentiert iab austria-Präsidentin Martina Zadina die vorliegenden Studienergebnisse.

Gratis-Kultur im Netz bleibt weit verbreitet

Für Unterhaltung und Spiele sind nur mehr 19 Prozent der Befragten bereit, Geld auszugeben. Auch hier nimmt die Spendierfreudigkeit mit dem Alter deutlich ab. Für allgemeine Nachrichten würden nur mehr 14 Prozent der Umfrageteilnehmer bares Geld auf den digitalen Ladentisch legen. Auch in der jungen Aktivgruppe der 14- bis 19-Jährigen ist die Zahlungsbereitschaft mit 21 Prozent deutlich niedriger als beispielsweise für exklusive Fachpublikationen (67 Prozent).

Service-Seiten stehen besonders schlecht in der Gunst der User: Nur neun Prozent können sich vorstellen, Geld für Inhalte zu bezahlen.

Bei den Zahlungsmodalitäten lässt sich keine klare Präferenz erkennen: 29 Prozent aller Befragten sprechen sich für einen monatlichen Fixbetrag aus und 20 Prozent bevorzugen ein Pay-Per-Use-Modell, bei dem die Zugriffe einzeln abgerechnet werden.

Ad-Blocker stehen hoch im Kurs

41 Prozent der Befragten geben an, einen Werbe-Blocker zu nutzen, um werbliche Inhalte zu unterdrücken. Die Werbeblocker sind ein tendenziell männliches Phänomen: 47 Prozent der männlichen User setzen auf werbefreies Surfen, während nur 36 Prozent der Frauen die Technik nutzen.

Für die kostenlose Nutzung von Inhalten wären die User jedoch bereit, auf den Einsatz von Werbe-Blockern zu verzichten: Bei exklusiven Fachpublikationen würden 47 Prozent Werbung tolerieren, um in den Genuss des kostenfreien Konsums zu kommen, bei allgemeinen Nachrichten sind dies 43 Prozent, bei Service-Seiten 36 Prozent und bei Spielen und Unterhaltungs-Inhalten noch 30 Prozent.

Cookies sind gern gesehene Gäste im Web

Die Akzeptanz für Cookies – die Basis für zielgerichtete und relevante Online-Werbung – ist mit 72 Prozent sehr hoch. Vor allem jüngere Aktivgruppen im Alter von 14 bis 39 Jahren und höhere Einkommens- und Bildungsschichten akzeptieren üblicherweise Cookies.

Dementsprechend fällt auch die Akzeptanz von Cookies als Gegenleistung für den kostenlosen Content-Konsum aus: Bei allgemeinen Nachrichten stehen 28 Prozent der Cookie-Ablehner ihnen positiv gegenüber, bei exklusiven Fachpublikationen 26 Prozent, bei Service-Seiten 18 Prozent und bei Spielen und Unterhaltungsinhalten noch elf Prozent.

Download des iab Trendmonitors auf https://www.iab-austria.at/iab-trendmonitor-zahlungsbereitschaft-fuer-content/

Über das internet advertising bureau austria (iab austria)

In der Österreich-Sektion des iab (internet advertising bureau – Verein zur Förderung der Online Werbung) haben sich rund 130 führende Unternehmen der digitalen Wirtschaft organisiert. Sie setzen Maßstäbe für die digitale Kommunikation, unterstützen die werbetreibenden Unternehmen mit Expertise, sorgen für Transparenz und fördern den Nachwuchs. Durch die Vielfalt der Mitglieder aus allen Bereichen der digitalen Wirtschaft, ist der ganzheitliche Blick auf die für die Branche relevanten Themen gewährleistet. Der iab austria ist in ständigem Austausch mit Politik, Öffentlichkeit und anderen Interessensgruppen. Weitere Informationen auf http://www.iab-austria.at.

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